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Annot Rhul - "Lost in the Woods "
(Sulatron Records ST0703)

 

Mit “Lost In The Woods” veröffentlichte der norwegische Songwriter Annot Rhül, der im normalen Leben den nicht weniger fantastisch klingenden Namen Sigurd Lühr Tonna trägt, die namensgebende 2007er E.P. und das 2006 schon mal auf CD-R erschienene „Who needs planes or time machines, when there´s music and daydreams?“. Das nun das aktuelle Album dementsprechend mit einer gewaltigen Fülle von Songs aufwartet, kann man sich gut vorstellen, ne? So wurden hier insgesamt 17 Tracks auf einen Silberling gebannt. Unterstützt wurde Herr Rhül von bekannten Musikanten der Gruppe SEID, die dem ganzen eine deutliche Ähnlichkeit zu ihrer Hauptband verpassen. Dennoch klingt das Ganze jetzt nicht bloß wie eine Art Klon, sondern hat einige Eigenheiten. Vor allem die fast schon beklemmend, atmosphärische Melancholie des Ganzen würde ich als sehr charakteristisch ansehen. Rhül singt von nächtlichen Wäldern und verwunschenen Häusern und driftet dabei teils durch Agonie, teils durch Aggression. Hier gibt es neben Anklängen auf Gruppen wie Pink Floyd, Popol Vuh oder den ganz frühen Mike Oldfield, auch Parallelen zu psychedelischen Gothic Bands wie Anathema oder Lake Of Tears zu hören. Die Promo preist diese CD als passenden Soundtrack für Spätsommer und Herbst und das kann ich, selbst wenn mittlerweile schon wieder April ist, nur bestätigen. Alles in allem interessante Musik, auch wenn der Rock sich hier nur im Hintergrund abspielt und Atmosphäre und Gefühl weit vor allem anderen, wie z.B. Rhythmuselementen, stehen. Bezeichnend dafür dürfte auch die Wahl eines Joni Mitchell-Covers („Roses Blue“) sein.
((( Christian Peters )))

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